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Niedermoore entstehen in regenreichen Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Im Untergrund befindet sich eine wasserundurchlässige Schicht, die eine dauerhafte Durchnässung des darüberliegenden organischen Materials bewirkt. Typische Örtlichkeiten für Niedermoore sind verlandende Seen oder Teile davon, Hänge mit austretenden Quellen (Hangquellmoor) oder entlang von Flüssen und in Senken. Der Bewuchs ist sehr artenreich und wird in verschiedene Vegetationstypen eingeteilt.
Das Fußbergmoos ist der letzte Rest des einst weit ausgedehnten Dachauer Mooses. Einzigartig im Landkreis, hat dieses Niedermoorgebiet eine besondere Bedeutung als Lebensraum und Rückzugsgebiet für seltene und bedrohte Pflanzen und Tiere. Aber auch als Wasser- und Kohlenstoffspeicher ist es mit seinen bis zu zwei Meter mächtigen Torfschichten von großer Wichtigkeit.
Von Natur aus nass und nährstoffarm, ist ein intaktes Moor nahezu frei von Gehölzen. Großflächige Entwässerungsmaßnahmen zugunsten der Landwirtschaft und anderer Nutzungsformen führten in der Vergangenheit dazu, dass Bäume und Sträucher das Areal großflächig besiedelten. Streuwiesen und offene Moorflächen verschwanden – und mit ihnen viele Tier- und Pflanzenarten, wie Großer Brachvogel, Bekassine oder Sumpf-Gladiole.
Schon Mitte der 80er Jahre erkannte die LBV-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck die Wichtigkeit des Mooses für den Erhalt der Biodiversität und setzte dort Schwerpunkte für die Naturschutzarbeit im Landkreis (siehe Geschichte). Rund 30 Hektar sind inzwischen gepachtet oder gekauft, um eine nachhaltige Pflege der noch offenen Flächen zu gewährleisten.* Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigt die zunehmende Zahl an bayernweit gefährdeten Arten auf unseren Flächen: Im Fußbergmoos sind heute 147 dieser Arten zu finden – darunter auch Prachtnelke und Rundblättriger Sonnentau.
Das ehemalige Moorgebiet im Westen von Türkenfeld – ein international bedeutsames Feuchtgebiet - ist heute leider nur noch in winzigen Resten vorhanden.
Von den 2,5 Hektar Streuwiesen hat die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck etwas über 2 ha in Pacht. Im Frühsommer werden diese Flächen partiell gemäht, eine weitere großflächigere Mahd findet im September statt. Nur durch diese zeitlich geplanten Mäharbeiten können hier Rote-Liste-Arten wie Trollblume, Sibirische Schwertlilie und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling erhalten werden. Unseren nachhaltigen Pflegemaßnahmen ist es auch zu verdanken, dass in diesem kleinen Gebiet der im Landkreis größte Bestand des vom Aussterben bedrohten Randring-Perlmuttfalters anzutreffen ist. Seine Raupen nutzen als Nahrungsgrundlage den in den ehemaligen Streuwiesen vorkommenden Schlangen-Knöterich.
* Flächenankäufe des LBV werden gefördert durch die Regierungen, das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) und den Bayerischen
Naturschutzfonds. Mit Spenden werden auch Nebenkosten des Flächenerwerbs finanziert – wie Eigenanteile, die der LBV bei öffentlichen Zuschüssen erbringen muss, und Personalkosten, die rund um den
Flächenkauf notwendig sind. Außerdem tragen Spenden zur anschließenden Pflege der Biotopflächen bei.
Für die Flächen der LBV-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck koordiniert der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck e.V. als Projektträger die Umsetzung der
Pflegemaßnahmen und vorfinanziert die Mittel hierfür. Die Maßnahmenumsetzung erfolgt über Landwirte sowie über ehrenamtliche Mitarbeitende des LBV, unter Anleitung eines Biotoppflege-Experten.
Das Projekt wird mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz (StMUV) gefördert.
Aufmerksame Besucher können auf unseren Niedermoorflächen nicht nur eine reichhaltige Flora, sondern auch eine vielfach selten gewordene Fauna bestaunen. Weiterlesen ...
Das Fußbergmoos ist ein Rest des früher ausgedehnten Dachauer Mooses, das noch um 1900 eine Gesamtfläche von rund 20 000 Hektar hatte. Weiterlesen ...
Die wertvollen Niedermoorflächen im Landkreis zu erhalten, erfordert Jahr für Jahr unseren ganzen Einsatz. Doch warum und was gibt es da eigentlich zu tun? Weiterlesen ...